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Eine Wärmepumpe lohnt sich im Altbau dann, wenn die Vorlauftemperatur unter 55 °C bleibt, ausreichend große Heizflächen vorhanden sind und die JAZ über 3,0 liegt. In rund 60 % der geprüften Altbauten ist das der Fall — oft erst nach Dämmung oder Heizkörperanpassung. Mit KfW 458 sind bis zu 80 % Zuschuss möglich (max. 22.400 € pro EFH).
Bevor die Wärmepumpe geplant wird, klärt die Eignungsprüfung drei zentrale Fragen:
Wie hoch ist die Heizlast? — berechnet nach DIN EN 12831. Für ein typisches EFH 7–14 kW. Höhere Lasten brauchen größere Wärmepumpen — und mehr Strom.
Welche Vorlauftemperatur ist nötig? — bei minus 10 °C Außentemperatur. Bestand: oft 65–75 °C. Wärmepumpe wirtschaftlich: ≤ 55 °C, idealerweise ≤ 50 °C.
Welche Heizflächen sind vorhanden? — Fußbodenheizung ideal (28–35 °C). Plattenheizkörper meist OK nach Vergrößerung. Alte Gliederheizkörper oft zu klein.
Wenn nur eine der drei Antworten kritisch ist, ist die Wärmepumpe oft trotzdem machbar — meist mit ergänzender Heizkörperanpassung oder Teil-Dämmung. Die BAFA-Energieberatung Wohngebäude liefert die saubere Datenbasis dafür.
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die wichtigste Wirtschaftlichkeitskennzahl. Sie gibt an, wie viel kWh Wärme aus 1 kWh Strom entstehen:
JAZ 2,5 — kritisch. Strom kostet schnell so viel wie Erdgas. Nur sinnvoll mit PV-Eigenverbrauch.
JAZ 3,0–3,5 — wirtschaftlich gut. Standardwert für viele sanierte Altbauten.
JAZ 4,0–4,5 — sehr gut. Erreichbar bei Sole-Wärmepumpen und gut gedämmten Häusern mit Fußbodenheizung.
JAZ > 4,5 — exzellent. Selten im Altbau, eher im Neubau.
Eine Verbesserung der JAZ von 3,2 auf 4,1 spart bei einem typischen EFH 200–300 € Stromkosten pro Jahr — über 20 Jahre Lebensdauer 4.000–6.000 €.
— priwatt Wärmepumpen-Analyse 2026
Vor allem deshalb lohnt es sich, vor dem Wärmepumpentausch einen hydraulischer Abgleich nach Verfahren B durchzuführen — er ist nicht nur Pflicht für die Förderung, sondern hebt auch die JAZ um 0,5 bis 0,9.
Die KfW 458 ersetzt seit 2024 die alte BAFA-Heizungsförderung. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen, die bis zur 80-%-Grenze stapelbar sind (Stand: BEG-Reform 21.07.2026):
Grundförderung 30 % — für jede förderfähige klimafreundliche Heizung.
Klimageschwindigkeitsbonus +16 % — beim Tausch funktionierender Öl-/Gas-/Kohle-/Nachtspeicherheizungen. Ab 01.02.2027 sinkt er halbjährlich um 4 Prozentpunkte.
Einkommensbonus +10 bis +40 % — gestaffelt: 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 €, 10 % bis 50.000 € zu versteuerndem Haushaltseinkommen (nur selbstnutzende Eigentümer). Haushalte mit minderjährigem Kind: einmalig 10.000 € Einkommensabzug.
Cap 80 % der förderfähigen Kosten (28.000 €/WE) — max. 22.400 € für ein EFH. Effizienzbonus und Emissionsminderungszuschlag sind seit 21.07.2026 gestrichen.
Neu seit 1.1.2026: Außengeräte von Luft-Wärmepumpen müssen mindestens 10 dB unter dem EU-Grenzwert liegen (vorher 5 dB). Achten Sie bei der Geräteauswahl darauf — sonst Förderausschluss.
Anträge laufen ausschließlich über das KfW-Portal „Meine KfW", nicht mehr über die BAFA. Welche Programme sich darüber hinaus kombinieren lassen, zeigt die Förderübersicht 2026.
Die beste Antwort auf die Skepsis liefert kein Prospekt, sondern ein Feldtest: Das Fraunhofer ISE hat im Projekt „Wärmepumpen-Qualität im Gebäudebestand" vier Jahre lang 77 Anlagen in Bestandsgebäuden der Baujahre 1826 bis 2001 vermessen (veröffentlicht Dezember 2025). Das Ergebnis: Luft-Wasser-Wärmepumpen erreichten im Schnitt eine Jahresarbeitszahl von 3,4 (Spanne 2,6–4,9), Erdwärmepumpen 4,3 (3,6–5,4) — obwohl nur rund die Hälfte der älteren Gebäude überhaupt teilsaniert war.

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Die Forscher fanden keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz. Entscheidend sind Auslegung und Vorlauftemperatur, nicht das Alter des Hauses. Der CO₂-Ausstoß lag im Feldtest 64 Prozent unter dem einer Gasheizung.
Zu kleine Heizkörper sind der häufigste Grund für zu hohe Vorlauftemperaturen. Der Tausch gegen Niedertemperatur-Modelle kostet 350 bis 650 Euro pro Stück inklusive Montage — im Einfamilienhaus mit fünf bis sieben kritischen Heizkörpern also 2.000 bis 6.000 Euro. Damit sinkt der Vorlauf oft auf rund 40 °C, die JAZ steigt spürbar.
Wer dämmen will, beginnt oben: Die oberste Geschossdecke kostet je nach Verfahren 25 bis 60 Euro pro Quadratmeter (Einblasdämmung am unteren Rand) und bringt viel Vorlauftemperatur-Entlastung fürs Geld; die Kellerdecke folgt ab etwa 30 bis 40 Euro pro Quadratmeter. Neue Fenster liegen bei rund 500 bis 1.500 Euro pro Stück. Das BAFA fördert solche Einzelmaßnahmen mit 15 Prozent — plus 5 Prozent iSFP-Bonus ab 30.000 Euro Investitionsvolumen. Die sinnvolle Reihenfolge legt ein individueller Sanierungsfahrplan fest.
Vor jedem Wärmepumpen-Einbau gehören die raumweise Heizlastberechnung (400–600 Euro) und der hydraulische Abgleich nach Verfahren B (500–1.200 Euro) dazu — Letzterer ist Fördervoraussetzung und zugleich der Lackmustest: Räume, die bei 55 °C Vorlauf warm werden, sind wärmepumpentauglich.
Hochtemperatur-Geräte liefern 70 °C und mehr, sodass alte Heizkörper bleiben können — bezahlt mit Effizienz: Die Anhebung von 55 auf 70 °C senkt die JAZ um 20 bis 30 Prozent, typisch bleiben nur 2,0 bis 2,5. Das bedeutet schnell über 2.000 kWh Mehrstrom pro Jahr. Bei Anschaffungskosten von 20.000 bis 40.000 Euro ist die Kombination aus gezielten Einzelmaßnahmen und einer Standard-Wärmepumpe über 20 Jahre fast immer wirtschaftlicher. Sinnvoll ist Hochtemperatur vor allem bei Denkmalschutz oder wenn Dämmung technisch ausscheidet.
Im wirklich unsanierten Altbau kann ein Hybrid aus Wärmepumpe und Gaskessel eine Übergangslösung sein: Die Wärmepumpe fährt die Grundlast, der Kessel springt nur an den kältesten Tagen ein. Förderseitig ist das 2026 aber unattraktiv geworden: Bezuschusst wird nur die Wärmepumpen-Komponente, und der Klimageschwindigkeitsbonus entfällt, wenn die Gasheizung weiterläuft. Für die meisten Einfamilienhäuser ist die reine Wärmepumpe die wirtschaftlichere Wahl.
Maßgeblich ist die TA Lärm: Am geöffneten Fenster des Nachbarn dürfen nachts (22–6 Uhr) im reinen Wohngebiet höchstens 35 dB(A) ankommen, im allgemeinen Wohngebiet 40 dB(A). Moderne Geräte schaffen das mit durchdachtem Aufstellort und gegebenenfalls Schallschutzhaube meist problemlos. Baurechtlich ist Brandenburg großzügig: Nach § 6 Abs. 8 der Brandenburgischen Bauordnung dürfen Wärmepumpen einschließlich Fundament und Einhausung ohne eigene Abstandsfläche an der Grundstücksgrenze stehen, solange sie nicht höher als 2 Meter und je Grenze nicht länger als 3 Meter sind.
Drei Hauptvarianten konkurrieren — jede mit Stärken und Schwächen:
Luft-Wasser-Wärmepumpe — günstig (15.000–25.000 €), einfache Installation, oft auch nachträglich. JAZ typisch 3,0–3,8.
Sole-Wasser-Wärmepumpe — Erdkollektor oder Erdsonde, teurer (25.000–40.000 €), höhere JAZ (3,8–4,5).
Wasser-Wasser-Wärmepumpe — Grundwasser als Quelle, höchste JAZ (4,0–5,0), aber selten und genehmigungspflichtig.
Welche Variante zu Ihrem Gebäude passt — Grundstücksgröße, Geologie, Budget — klärt die Eignungsprüfung. Detailvergleich: verschiedenen Wärmepumpen-Typen.
Verwandte Begriffe im Energie-Wissen: Wärmepumpe · JAZ (Jahresarbeitszahl) · Vorlauftemperatur
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